Die drei ??? Nr. 129
- SMS aus dem Grab -
(Europa)

Captain Blitz urteilt:

Welches Geheimnis umgibt Rubbish George (Utz Richter), der plötzlich verschwunden ist? Ein seltsames Mädchen namens Layla (Saskia Weckler) betritt den Schrottplatz und sie erzählt den drei Detektiven davon, dass die Spur nach Ägypten führt. Hat Rubbish George tatsächlich das Rätsel der Sphinx gelöst bzw. weiß er zumindest, wie man es lösen kann? Bisher ist es niemandem gelungen, doch nun machen sich die drei ??? an die Arbeit und wollen dem Geheimnis auf die Spur kommen!

- Meinung -

Sagen wir mal so, die Story an sich scheitert schon am Aufhänger, denn die drei Detektive einfach mal so nach Ägypten zu schicken geht einfach nicht. Das wirkt viel zu hingebogen und konstruiert, das raubt dem Fall schon zu Beginn jegliche Glaubwürdigkeit. Wer dieses große Problem ausblenden und einfach den Fall an sich zu sich nehmen kann, der hat einen Vorteil, denn ich konnte das nicht und fand die ganze Angelegenheit einfach viel zu abwegig. Da Die Konstruiertheit der Story habe ich auch schon angesprochen, Ägypten, ein stummes Mädchen, das mit Hilfe eines Gerätes "sprechen" kann, Rätsel auf Biegen und Brechen, das ergibt am Ende eine Mischung, mit der ich nicht sonderlich viel anfangen kann. Zu allem Überfluss hat die Umsetzung dann auch noch eine Spielzeit von fast 80 Minuten, so dass es hier und da schon mal Längen gibt. Inhaltlich war das also schon mal nichts.

Sprechertechnisch weitestgehend solide, aber nicht unbedingt Gold, was hier geboten wird. Von den Hauptsprechern machen alle bis auf Jens Wawrczeck ihre Sache ordentlich, letzterer nervt mit seinem Gestottere, diesmal wird es jedenfalls mächtig übertrieben. Einen Versprecher leistet er sich auch noch, wobei da die Regie ebenfalls besser hätte aufpassen müssen. Mal wird die Sphinx richtig ausgesprochen, dann nennt er sie "Phinx", was schon merkwürdig rüberkommt. Saskia Wecklers Auftritt als Layla kann man auch zwiespältig werten, denn der Einsatz des Sprachgerätes kommt halbgar rüber. Entweder lässt man sie ganz normal sprechen und lässt ihr Handicap weg oder das Gerät kommt so zum Einsatz, dass ihre Sprache ohne Emotionen rüberkommt. Das ist nämlich das Problem, ein Gerät kann keine Emotionen transportieren, das ist unmöglich, wenn Layla per Tastenkombination ihre Aussagen eingibt. Doch damit nicht genug, die Verfolgungsjagd kommt nicht glaubwürdig rüber, denn wenn ein Taxi durch die Straßen Ägyptens rast, dann werden die Protagonisten wohl kaum ganz normal weiterreden können, was hier aber leider der Fall ist. Normalerweise müssten sie hin- und hergeschaukelt werden, doch man unterhält sich ohne Probleme weiter, was der Szene jede Glaubwürdigkeit nimmt. Das reicht aber auch an Kritik, es gibt auch gute Auftritte und zwar von namhaften Gästen wie Robert Missler, Wolf Frass, Gosta Liptow, Karin Lieneweg, Utz Richter, Klaus Dittmann, Susanne von Loess, Lothar Grützner und zahlreichen weiteren. Auch die "native speaker" hinterlassen einen guten Eindruck und sie wirken nicht aufgesetzt, was sehr wichtig ist.

Die Untermalung geht in Ordnung, eine schöne Mischung aus alten Orchesterstücken und den neuen Klängen STILs. Anfangs kommt das passende Feeling auf, um Ägypten akustisch überzeugend rüberzubringen, doch dann wird z.B. ein Stück eingesetzt, das man eher dem grünen Geist zuordnen dürfte, also eher asiatisch klingt. Da wäre eine konsequentere Linie wünschenswerter gewesen. Unterm Strich kann man aber zufrieden sein, die Soundkulisse ist befriedigend.

Insgesamt zu wenig, um als gut durchzugehen, da es in allen Bereichen hakt. Die Story ist aufgesetzt, nicht alle Sprecher wirken sicher und die Untermalung hat auch so ihre Macken, was am Ende dazu führt, dass es sich aus meiner Sicht nur um eine durchschnittliche Folge handelt. Für Fans!

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