Karl May
- Satan und Ischariot 2 -
(Trio-Hörspiele)

Captain Blitz urteilt:

Winnetou und Old Shatterhand (Wulf Mey und Ben Bremer) kommen einfach nicht zur Ruhe, denn der Melton-Clan ist ihnen durch die Lappen gegangen und man ist weiterhin auf der Jagd nach ihnen. Die deutschen Auswanderer sind zwar endlich in Sicherheit, aber solange die Meltons weiterhin auf freiem Fuss sind werden die Freunde nicht ruhen können. Ihre Jagd erstreckt sich über mehrere Kontinente und birgt eine Menge Gefahren. Werden die beiden am Ende siegreich sein und den Meltos endlich das Handwerk legen?

- Meinung -

Der zweite Teil schliesst nahtlos dort an, wo der erste aufhörte. Leider kann dies das Hörspiel aber nicht, was die Qualität betrifft. Die Story plätschert leider nur so dahin, die Hetzjagd kommt nicht so rasant rüber, wie sie sollte und die Action sorgt auch nicht für die gewünschte Spannung. Dies mag wohl an der Bearbeitung liegen, doch die Probleme sind auch noch anderer Stelle zu finden, auf die ich später noch näher eingehen werde. Jedenfalls wirkt die Handlung auf den Hörer eher langweilig, Old Shatterhand nervt wie immer mit seiner Darstellung als Übermensch und auch sonst will der Funke nicht überspringen. Schade, da war mehr drin, zumal der Vorgänger dieses Hörspiels wesentlich unterhaltsamer war und man so bei Trio-Hörspiele eine gute Grundlage hatte, auf die man hätte aufbauen können.

Das größte Problem dürfte die dauernde Umbesetzung sein. Warum pfuscht man hier dauernd rum und besetzt die so wichtigen Hauptrollen neu, obwohl man zuvor gute Sprecher hatte? Hier besetzt man die Rolle des Old Shatterhands absolut fehl, denn Wulf Mey wirkt unglaublich hölzern und steif und er liest seinen Text stumpf und emotionslos ab, obwohl er ihn frei vortragen und spielen sollte. Eine Umbesetzung macht also keinen Sinn, wenn es dadurch zu einem qualitativen Rückschritt kommt. Es mag ja sein, dass die Produzenten mit dem neuen Sprecher besser auskamen oder er günstiger war, aber es bringt nichts, wenn er schlechtere Arbeit abliefert. Umso unverständlicher ist es, warum man erneut auf Chris Howland als Alcalde gesetzt hat, denn er nervt mit seinem Akzent und er wirkt auch nicht sonderlich überzeugend, da hat man Geld in den Sand gesetzt, welches man für einen besseren Hauptsprecher hätte verwenden sollen. Nennenswert sind lediglich die bekannteren Namen, die auch für Qualität bürgen, nämlich Michael Grimm, Peer Augustinsik als fieser Harry Melton, Marco Kröger und Tilmann Madaus. Der Rest wirkt durchschnittlich oder schlechter und es beweist, dass man sich nicht so ausgiebig bei der Besetzung diverse Bad Segeberger Festspiele bedienen, sondern man es besser mit Leuten aus Hörspiel-Geschäft versuchen sollte.

Was die Musik betrifft, so kann man schon von einem kleinen Highlight sprechen, denn hier überzeugt man restlos und somit geht wenigstens ein Element dieser Produktion in Ordnung. Jan-Christoph Mohr und Jan-Taken de Vries haben sich ins Zeug gelegt und unterlegen das Hörspiel wirklich gut und passend. Die Effekte von Marc Trinkhaus können sich ebenfalls hören lassen und so stimmt wenigstens die Untermalung.

Das Design ist nur wenig ansprechend und das Cover wirkt ziemlich billig. Vor allem der Sheik im Hintergrund sieht lächerlich aus und es gibt genug Punkte, die sich verbessern lassen. Hat man sich noch über das neue Cover von Maritim beim Vorgänger gewundert und es als zu reisserisch abgetan, so wäre ein derartiges Cover hier sogar wünschenswert gewesen.

Ein eher durchschnittlicher Nachfolger, der in nahezu keinem Punkt überzeugen kann und so geht das Debüt des neuen Produzententeams eher in die Hose und es gibt noch eine ganze Menge zu verbessern. Man kann zwar ein Auge zudrücken, weil das Team in der Form zuvor noch kein Hörspiel produziert hat, doch es macht Satan und Ischariot 2 dadurch auch nicht besser. Bleibt nur zu hoffen, dass zukünftige Hörspiele besser werden.

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