Die Dr3i Nr. 1
- Das Seeungeheuer -
(Europa)

Captain Blitz urteilt:

Die Dr3i müssen an zwei Fronten ermitteln! Zum einen forschen sie nach, was es mit der Vergangenheit eines Anwalts auf sich hat, der eigentlich gar nicht mehr aktiv ist oder etwa doch? Damit nicht genug, nach einem rätselhaften Bootsunglück suchen auch dort die Dr3i nach den Ursachen. Ist tatsächlich ein Seeungeheuer für den Untergang des Schiffes verantwortlich? Für die Dr3i gibt es also wieder mal genug Arbeit und zwar gleich in zwei knallharten Fällen...oder doch nur in einem?

- Meinung -

Sie sind wieder da, nur ganz anders?! Die Dr3i ermitteln zwar wieder in Rocky Beach, aber dies ist eines der wenigen Elemente, die geblieben sind. Ist deshalb jetzt alles schlecht? Keineswegs, eher das Gegenteil ist der Fall, ein Neustart kann gemacht werden. Die meisten Autoren der Buchserie der drei ??? sind weg, was nach den letzten Folgen eher ein Segen ist. Die Charaktere an sich bleiben soweit gleich, auch wenn teilweise die Namen ein wenig anders sind, aber das ist kein Beinbruch. Mich stört eher, dass man für den Neustart unbedingt auf den Putz hauen wollte, was der größte Fehler dieser Produktion ist. Inhaltlich ist es eine Mischung aus Toteninsel (auf die Größe des Falles bezogen!) und Riff der Haie (U-Boot, Haie etc.), einfach eine Nummer zu groß für die drei Detektive, das gefiel mir beim Jubiläum schon nicht. Hier wird der Fehler wiederholt und Henrik Buchna liefert kein rauschendes Debüt ab, da muss noch deutlich mehr kommen. es ist aber auch eine undankbare Aufgabe den Start der neuen Serie zu schreiben, denn die Erwartungen sind hoch!

Welche Sprecher erwarten uns? Natürlich hat sich bei den Hauptrollen rein gar nichts geändert. Neben dem Erzähler Thomas Fritsch sind auch wie immer Oliver Rohrbeck, Jens Wawrczeck und Andreas Fröhlich mit von der Partie und sie liefern die Arbeit ab, die man von ihnen kennen und auch schätzen dürfte. Diesmal habe ich aber lediglich mit Wawrczeck ein kleines Problemchen und das ist sein anfänglicher Auftritt, als es um den Salat geht, da klingt die Betonung total daneben und holprig. Hier und da beschleicht mich auch das Gefühl des Overactings, das hätte nicht sein müssen, er muss sich nicht so sehr in den Vordergrund spielen, wenn dem so sein sollte. Ansonsten bleibt nur zu sagen, dass hier die üblichen Verdächtigen auftreten, also keine großen Synchronstars, auf die man vielleicht gehofft hat. Holger Mahlich, Wolf Frass, Til Demtröder, Lutz Schnell, Konstantin Graudus und weitere treten hier auf, wirken sehr motiviert und ihre Performance ist tadellos.

Die Musik? Klasse, keine Frage! Da treten die ersten Anzeichen auf, dass sich wirklich was getan hat und es ein Neustart allererster Güte ist. Das Titellied ist klasse, doch hier stelle ich mir direkt die Frage, warum die sonst so auf Merchandising versessene Marketingabteilung bei der Sony BMG dermassen gepennt hat? Hallo, eine Single mit einer fünfminütigen Version des genialen Titelstücks, aber zügig, kann doch wohl nicht wahr sein! Da hat man endlich das ziemlich blöde alte Lied abgesägt, was aus rechtlichen Gründen sowieso gemacht werden musste und dann legt Michael Berg so einen Knaller hin. Wie ist die Untermalung im Hörspiel? Hervorragend, ganz einfach! Hier macht man endlich alles richtig und nimmt sich die Kritik der letzten Zeit zu Herzen. Kaum neuere Stücke und wenn doch, dann passen die richtig gut zur Handlung, doch den Großteil machen andere aus, nämlich die guten alten Orchester-Stücke. Richtig gelesen, hier zieht man alle Register, es geht doch. Dazu noch ein paar Variationen des Titelstücks und fertig ist eine starke Untermalung, wie man sie von der Vorgängerserie her schon gar nicht mehr kannte.

Alles schön und toll? Nein, inhaltlich präsentiert diese Debüt-Folge die ersten Schwächen, da hätte man ruhig nur eine CD bringen sollen oder die Folge einfach splitten und zwei abgeschlosse Fälle produziert. Dem ist leider nicht so und nun startet diese Serie mit einer zu langatmigen Story, die zwar im Vergleich zu vergangenen Zeiten immer noch deutlich besser ist, an sich aber eher im geordneten Mittelfeld landet. Für Freunde guter Jugend-Krimis ist dies dennoch ein gefundenes Fressen und Altfans dürften auch zufrieden sein, aber immer daran denken, dass es sich hier um einen Neustart handelt, mit "old school" kommt man also nicht unbedingt sehr weit. Weitestgehend ein gelungener Start, aber mit viel Raum nach oben!

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