Heff der Chef Nr. 1-3
- Das Aquarium -
- Der Aufstand -
- Der Ausbilder -
(Holysoft)

Captain Blitz urteilt:

In Heffs (Wolfgang Bahro) Firma ist immer was los und er hat auch meistens seine Finger im Spiel. Da wird für einen wichtigen Auftrag auch mal an der Inneneinrichtung der Firma gebastelt, nur um die Konkurrenz in Form von Nevrin Neida (Klaus Dieter Klebsch) auszustechen. Auch sonst muss die Truppe unbedingt auf Touren gebracht werden, denn auch wenn die Energie durchaus mal für einen Aufstand reicht, man müsste sie eher zum Positiven wandeln. Da kann nur ein beinharter Ausbilder helfen!

- Meinung -

Eine weitere Serie aus dem Hause Holysoft und diesmal versucht man sich im Comedygenre. Ein gewagter Schritt, denn wie schwer es in diesem Genre ist, das beweisen ja schon die wenigen Outputs, die es mit Komik versucht haben. Dennoch versucht man es bei Holysoft und was wird präsentiert? Es geht in die Richtung Büroklamauk, ohne aber wie Stromberg zu sein, denn zum einen fehlt die Bissigkeit, zum anderen auch die Qualität der Gags. Diese fallen hier nämlich größtenteils ziemlich flach aus und ich konnte nicht einmal richtig laut lachen. Hier und da gab es mal ein Schmunzeln, z.B. wenn die Sklaven Ränn und Stimmpie (wer damit wohl gemeint ist?) auftreten, Ansonsten bleiben richtige Knallergags ziemliche Mangelware und das darf gerade bei einer Comedyserie nicht passieren, Geschmack hin oder her. Zwar steigert sich die Serie im weiteren Verlauf, die dritte Folge ist meiner Meinung nach am besten, weil dort das Chaos regiert und so ein wenig die fehlenden Gags ausgeglichen werden, ansonsten darf die Pointenschraube noch gewaltig nach oben gedreht werden, wenn aus Heffs Erlebnissen noch was werden soll. Langweilig wird es hier zwar auch nicht unbedingt, was unter anderem auch an der stellenweise recht knackigen Spielzeit liegt, die zwischen knapp unter 40 und knapp über 50 Minuten variiert, so werden keine Längen zugelassen. Dennoch muss es hier in Zukunft lustiger zugehen, mir persönlich reichen so flache Gags ganz sicher nicht, damit ich mich gut unterhalten fühle.

Licht und Schatten wechseln sich im sprechertechnischen Bereich ab, die bekannten Stimmen überzeugen, die weniger bekannten leider eher nicht und ich kann auch nicht nachvollziehen, wieso gerade bei einer derartigen Serie, die wenigstens in diesem Bereich restlos überzeugen muss, um dem Otto-Normal-Hörer zu gefallen. In Nebenrollen hätte mich das ja nicht gestört, aber hier hat man gleich fünf eher nicht so bekannte Sprecher in den Hauptrollen eingesetzt und das kann ich nicht wirklich nachvollziehen. Matthias Brinck, Yesmin Meisheit und Björn Korthof gefallen mir von denen noch am besten, qualitativ absteigend genannt, nicht überzeugt haben mich Marius Fietzek und Chris-Norman Geyer, vor allem das Dialektgebrabbel geht einem nach kurzer Zeit fürchterlich auf den Keks und lustig ist es auch nicht. Da sind die Stimmen von Wolfgang Bahro als Heff, Klaus Dieter Klebsch als Nevrin Neida, Bernd Rumpf als Herr Meissner, Regina Lemnitz als Vermieterin und Co. noch wahre Wohltaten und sie verstehen ihr Handwerk absolut und überzeugen in ihren Rollen auf ganzer Linie. Das gilt auch für weitere Gäste wie Joseline Gassen, Claudia Urbschat-Mingues, Bodo Henkel, Hans-Georg Panczak, Thomas Danneberg, Santiago Ziesmer, Oliver Feld, Helmut Krauss, Lutz Mackensy, Ingo Albrecht, Philipp Brammer und Thomas Petruo. Letzterer trumpft als Mr. Voll ganz groß auf, da hat das Zuhören richtig Spaß gemacht. Wie gesagt, die Profis wissen was sie zu tun haben und setzen das auch bestens um, die eher weniger bekannten Sprecher und Amateure dagegen nicht wirklich, auf solche Experimente sollte auch eher verzichtet werden.

Die Untermalung hat mir sehr gut gefallen, sie passt sich stets der Situation an und sie verbreitet gute Laune. Die Geräuschkulisse weiß ebenfalls zu überzeugen, manche klingen überzogen und übertrieben, teilweise auch "cartoony", also genau richtig für eine Comedyserie.

Die drei CDs befinden sich in ganz normalen Plastikhüllen, die wiederum in einer Pappbox ausliefert werden. Jeder einzelnen Folge liegt dazu auch noch ein Booklet bei, für das Auge wird somit auch etwas geboten.

In Ansätzen ist die Serie gar nicht so verkehrt, doch es hapert halt dort, wo es nicht hapern darf, bei der Qualität der Gags und der Gagdichte. Da muss man sich deutlich steigern, wenn man bei Holysoft einen Volltreffer landen möchte. Das ist bisher noch nicht der Fall, aber vielleicht schon bei der nächsten Box, wer weiß.

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