Arnaldur Indridason
- Todeshauch -
(Lübbe Audio)

Captain Blitz urteilt:

Zu wem gehören die Knochen, die vor Reykjavik gefunden werden? Diese Frage muss sich Erlendur stellen, der sich um diesen Fall kümmert und die Auflösung liegt nicht nur in weiter Ferne, sondern auch in der Vergangenheit, scheinbar in der Zeit des Zweiten Weltkriegs. Kann man einen derartigen Fall überhaupt noch auflösen? Dies scheint nicht nur an sich schwierig zu sein, denn Erlendur hat noch andere Sorgen, denn seine Tochter Eva Lind liegt nach einer Überdosis Drogen im Sterben. Wird sie es noch schaffen?

- Meinung -

Ich weiß nicht, wieso aber irgendwie können mich die letzten Fälle Indridasons nicht mehr so von den Socken hauen, wie es bei den ersten beiden Hörbüchern empfand. Irgendwie fehlt das gewisse Etwas, was schon schade ist, denn der Ermittler Erlendur ist ein sympathischer Charakter mit allen Macken und Fehlern, ein ganz normaler Mensch, der sich mit vielen eigenen Problemem rumquälen muss und dazu hat er noch einen richtigen "Drecksjob". Wie dem auch sei, hier kann mich die Story nicht überzeugen, die Rückblenben in die Vergangenheit empfinde ich persönlich als langweilig und das zieht sich halt durch die gesamte Produktionen, die Bindung zum Fall ist nicht gegeben. Vermutlich kommt das Buch besser rüber, weil dort einfach mehr Intensität geboten wird, hier ist das leider nicht so, es kommt zu Längen und das Interesse des Hörers kann nicht permanent aufrecht erhalten werden.

Liegt es an Frank Glaubrecht? Nur bedingt, denn er liefert größtenteils die erwartete Arbeit ab, eine ordentliche Performance, die kaum Wünsche offen lässt, die Probleme sind also eher in der Story und der Bearbeitung zu suchen und dafür kann Glaubrecht ja nun mal gar nichts. Trotzdem habe ich das Gefühl gehabt, dass Glaubrecht hier nicht Vollgas gab, hier und da mehr Betonung, da mehr Einsatz und er hätte vielleicht noch ein paar Kohlen aus dem Feuer holen können.

Musik gibt es hier nicht, eine typische Lübbe Audio Vertonung, eine reinrassige Lesung. Schade, auch hier hätte man mit ein paar Klängen eventuell noch etwas reissen können, doch das ist leider nicht der Fall.

Irgendwie finden die Indridason-Lesungen nicht mehr zur ursprünglichen Qualität zurück. Anfänglich konnten sie mich durch und durch erstklassig unterhalten, jetzt wirken sie zahm und haben leider einige Längen zu bieten. Hoffentlich wird sich die Reihe nochmal fangen können, vielleicht schon mit dem nächsten Hörbuch, das Ulrich Pleitgen liest.

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