H. P. Lovecraft
- Berge des Wahnsinns -
(Lauschrausch)

Captain Blitz urteilt:

Was geschah auf einer Expedition in die Antarktis wirklich? Diese Frage wird William Dyer (Lutz Harder) gestellt, denn scheinbar ging es nicht mit rechten Dingen zu. Danforth (David Nathan) hat diese Expedition jedenfalls mit einem hohen Preis bezahlt, anscheinend hat es ihm den Verstand gekostet. Oder sind seine wirren Erzählungen wirklich so passiert? Dyer schildert, wie es sich damals zugetragen haben soll und diese Geschichte hat es in sich. Wenn es wahr ist, was er erzählt, dann dürfte sich ein Großteil Vergangenheit der Welt ganz anders zugetragen haben.

- Meinung -

Mit Lauschrausch betritt ein neues Label die Hörspiel-Bühne und wagt sich direkt an die Vertonung von H. P. Lovecrafts "Berge des Wahnsinns", mutig, mutig. Doch der Versuch kann durchaus als gelungen betrachtet werden, auch wenn es hier und da ein paar Problemchen gibt. Vor allem die zweite CD ist recht zäh ausgefallen, die Erzählparts William Dyers ziehen sich doch gewaltig und nehmen ordentlich Tempo raus. Wenn man dieses Problem bei zukünftigen Produktionen in den Griff bekommt, dann sieht es wirklich rosig aus. Denn der Großteil der Produktion ist spannend, teilweise auch gruselig und langweilig wird es halt nur, wenn Dyers Parts eher ein Hörbuch aus diesem Werk machen. Unterm Strich inhaltlich aber gut, das ist sicher.

Für einen Erstling aber verdammt starke Sprecher, mein lieber Mann! David Nathan, Friedrich Schönfelder, Christian Rode, Lutz Harder und weitere, da können sich andere neue Label mal eine Scheibe von abschneiden, wenn sie lieber ihren Friseur oder Busfahrer in die Hauptrolle packen. Wenn man etwas reißen will, dann muss man auch mal ein gewisses Risiko eingehe. Hier zahlt es sich qualitativ auf jeden Fall schon mal aus, das sind richtig packende Darbietungen, die Regie von Gerd Naumann ist gut, lediglich Lutz Harders ellenlanger Text auf der zweiten CD fällt wie bereits erwähnt eindeutig zu lang aus, das hätte man irgendwie umgehen müssen.

Vielleicht auch mit mehr Musik, denn die Produktion hat nicht von ungefähr einen gewissen "Radio-Touch". Relativ wenig Untermalung, eher ein paar Effekte und Geräusche, das war es dann aber auch schon. Sicher, das hat schon was und verleiht dem Hörspiel ein gewisses Flair und man fragt sich, ob man vor zig Jahren dieses Hörspiel nicht bei einem Radiosender im Archiv vergessen hat. Sowas mag ich und es hat mich auch schon an "Just Justice" erinnert, was auch kein Zufall ist, da die Produktionsweise ähnlich zu sein scheint. Trotzdem, ein paar Musiken mehr wären hier nicht verkehrt gewesen, ein weiterer Punkt, den sich die Macher für kommende Hörspiele merken sollten.

Die Aufmachung verdient ein Sonderlob, das Teil sieht mal richtig klasse aus. Ein edles Digipak im Pappschuber, dazu ein dickes Booklet, was will man mehr? Das erklärt vermutlich aber auch den doch relativ hohen Preis, aber den verlangt gute Qualität nun mal.

Als Erstling gelungen und endlich mal eine Hörspielvertonung Lovecrafts. Da kann man nur hoffen, dass das hier zu einer Serie wird, verdient hätten Lauschrausch es bestimmt. Für Fans von Grusel und Mystery das Geld auf jeden Fall wert, ich habe mich gut unterhalten gefühlt und es darf gerne weitergehen.

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