Paul Plamper
- Der Assistent -
(Hörspielpark)

Captain Blitz urteilt:

Es ist nicht leicht, ein Assistent (Milan Peschel) zu sein, aber es ist erst recht nicht leicht für diejenigen, die einen Assistenten benötigen. Diese Menschen haben schwere Behinderungen und können sich nicht selber pflegen und versorgen, deshalb muss ein Assistent her. Doch wie findet man den richtigen? Ist diese Arbeitsbeziehung zueinander nur eine Einbahnstraße? Ist dies für den Assistenten immer nur ein Job oder vielleicht sogar mehr? Geht die Arbeit immer konfliktfrei über die Bühne?

- Meinung -

Paul Plamper und Nils Kacirek haben dieses Werk verfasst, wobei man auch sagen kann, dass es einfach direkt aus dem Leben gegriffen ist und die beiden die Realität niedergeschrieben und in Hörspielform gebracht haben. Das ist meiner Meinung nach Plampers Markenzeichen geworden, diese Authentizität, als hätte er einfach irgendwo ein Aufnahmegerät mitlaufen lassen und die Geschichte hat ihren Lauf genommen. Sabine Braun und ihr Assistent Daniel Schlösser haben einige Konflikte zu meistern und wie diese ausgehen möchte ich natürlich noch nicht verraten, doch das Hörspiel erzeugt eine ganze Menge Spannung, was man bei einer derartigen Geschichte gar nicht meinen mag, denn es ist im Prinzip ja "nur" Alltag, oder? Ich habe jedenfalls gebannt erwartet, wie sich die Situation zwischen den beiden auflöst und was uns am Ende erwartet. Hat Daniel nach einer gescheiterten Karriere in der Wirtschaft seinen Traumberuf gefunden? Ist Daniel Sabines idealer Assistent? Auf der CD gibt es dann noch 17 Minuten Bonusmaterial und man bekommt zu hören, wie wichtig ein Assistent für die Assistenznehmer ist und um was es dabei überhaupt geht.

Ein Blick auf die Seite des Hörspielparks verrät, dass es sich bei der Sprecherriege um eine Mischung aus Schauspielern und Laien handelt und das ist meiner Meinung nach auch gleichzeitig der Schlüssel zum Erfolg, der diese unglaubliche Authentizität erzeugt. Besonders hervorheben kann ich hier eigentlich niemanden, möchte ich auch gar nicht, aber in der Hauptrolle hat mir zum Beispiel Ute Seidel besser gefallen als Milan Peschel, weil ihre Darbietung einfach deutlich echter klang. Schlecht ist dessen Auftritt aber in keinster Weise, hier enttäuscht niemand, im Gegenteil. Ich muss auch nicht unbedingt die weiteren Sprecher erwähnen, denn wie gesagt, hier überzeugen alle und die kompakte Gesamtperformance weiß absolut zu gefallen, wirklich großartig was hier unter Paul Plampers Regie geleistet wird bzw. es wird auch sehr viel improvisiert, aber stets so, dass die Intention des Regisseurs verfolgt, eingehalten und umgesetzt wird.

Hier gibt es keine Untermalung in Form von Musik, lediglich eine Geräuschkulisse, die sehr authentisch rüberkommt und ich kann mir gut vorstellen, dass in dieser Hinsicht ebenfalls alles original nachgestellt und mitgeschnitten worden ist.

Ein sehr interessantes Werk, das man gehört haben sollte, wenn man einen Einblick in das Leben von Menschen mit Behinderungen bekommen möchte und wie schwer es ist, den Alltag zu meistern und jemanden zu finden, der als Assistent geeignet ist. Ein starkes Hörspiel!

Der Link:
Hörspielpark

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