U-666 Nr. 2
- Insel des Schreckens -
(Pandoras Play)

Captain Blitz urteilt:

Claire (Katrin Decker) hat bereits schreckliche Dinge erlebt, doch was sie auf der Insel des Schreckens erwartet übertrifft ihre Befürchtungen um Längen. Eine Seuche scheint sich auszubreiten, die harmlose Wesen in blutrünstige Monster verwandelt und niemand ist vor ihr sicher. Wenn Claire überleben will, dann muss sie kämpfen, doch der Gegner scheint übermächtig zu sein. Ist niemand da, der ihr helfen kann gegen die Kreaturen zu kämpfen und wird sie das Grauen überleben?

- Meinung -

Der Nachfolger des Überraschungshits von 2004 und dieser füllt die Lücke, die die Story der ersten Folge hatte. Diese wurde absichtlich hinterlassen, da Claries Erlebnisse den Rahmen der ersten Geschichte gesprengt hätte und ihr spendiert man nun ein eigene Folge. Auch hier fühlt sich der Hörer an diverse Filme aus vergangenen Zeiten erinnert (Insel der neuen Monster etc.), Freunde dieser Filme werden ihre wahre Freude an der Reihe haben. Diesmal gibt es aber Unterschiede zum Vorgänger, denn da ging es düster und beklemmend zu, hier ist eher Action an der Tagesordnung und anstatt Grusel steht der Horror im Vordergrund. Kein Beinbruch, da es solide inszeniert ist, doch der Hörer muss sich von Anfang an darüber klar sein, dass es diesmal in eine etwas andere Richtung geht, der Unterhaltungswert stimmt aber auch weiterhin und das ist wichtig. Nun hat man beide Seiten der Story abgehandelt und man darf gespannt sein wie sich die Dinge weiterhin entwickeln werden, denn eine Fortsetzung ist bereits angekündigt. Als storytechnisches Fazit kann man festhalten, dass man B-Movie-Trash durchaus als A-Klasse-Hörspiel umsetzen kann, das ist André Hettrich absolut gelungen.

Nahezu eine komplette andere Besetzung, qualitativ steht diese Folge der vorherigen in keiner Weise nach. Katrin Decker durfte zuvor auch schon als Claire auftreten und hier leistet sie wieder gute Arbeit, als Sprecherin in einer Hauptrolle gibt sie eine gute Figur ab, sie löst die Aufgabe bravourös. Die zweite "Hauptrolle" hat der Erzähler Hans Beyer inne, doch mit ihm bin ich diesmal nicht so zufrieden bzw. mit der Art, wie er eingesetzt wird. Er hat zuviel Text, seine Passagen sind zu gross, da fühlt man sich teilweise schon an eine Lesung erinnert. Er nimmt dann das Tempo aus wichtigen Szenen raus, die eher Tempo reinbringen sollen. Da hätte man besser drauf achten und seine Einsätze etwas einschränken sollen. An sich hinterlässt Beyer keinen schlechten Eindruck, an der Anzahl seiner Einsätze kann er ja auch nichts ändern. Die Nebenrollen werden wieder sehr gut gesprochen, Aussetzer gibt es hier keine, hier sind Profis am Werk, die einiges an Synchronarbeit hinter sich haben und auch wenn World Abridged ein junges Label ist, so muss man keine Befürchtungen haben, dass hier Amateure am Werk sind, denn definitiv nicht der Fall.

Musikalisch auch weiterhin sehr, sehr stark, doch auch hier gibt es ein kleines Problem, denn die Untermalung wird ebenfalls streckenweise übermäßig eingesetzt. Weniger wäre hier mehr gewesen, auch wenn die Musik an sich alles andere als schlecht ist. Da muss man noch die richtige Mischung finden, dann gibt es bald rein gar nichts mehr zu beanstanden, denn rein von der Qualität her ist die Untermalung, egal ob musikalisch oder in Form von Effekten und Geräuschen, absolut erstklassig.

Die Spielzeit wurde um knapp eine Viertelstunde aufgestockt, nun kann man auch nicht mehr behaupten, dass das Hörspiel zu kurz ist, daran hat man also auch gearbeitet und weitestgehend das Niveau des Vorgängers gehalten. Toppen kann diese Folge den Erstling leider nicht, dafür wiegen die beiden oben genannten Mankos zu schwer, aber unterm Strich ist es wieder ein starkes Hörspiel geworden und man muss sich keineswegs hinter den Grössen der Branche verstecken. Geht man diesen Weg konsequent weiter und erhöht man die Schlagzahl der Veröffentlichungen, dann kann die Hörspielwelt sich noch warm anziehen!

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