Garry Disher
- Drachenmann -
(Eins A Medien)

Captain Blitz urteilt:

Es ist Weihnachtszeit in Australien...bei tropischen Temperaturen. Die richtige Stimmung kommt sowieso nicht auf, denn auf dem Old Peninsula Highway geschehen Morde, doch von dem Täter gibt es kaum Spuren. Hal Challis soll den Fall lösen, aber mit den Hinweisen lässt sich nicht viel anfangen und der Täter spielt sogar ein Spiel mit ihm. Kann die Seherin ihm weiterhelfen? Nebenbei sorgen Vandalen noch für allerlei Verwüstungen oder stecken die sogar noch mit in der Sache drin? Hal Challis hat keine leichte Aufgabe vor sich, denn der Fall wird immer verworrener!

- Meinung -

Gerry Disher hätte sich auf einen bzw. maximal zwei Handlungsstränge besinnen sollen, doch hier serviert er mehr und verwirrt so den Hörer. Er verläuft sich mit Nebensächlichkeiten und lenkt so von der eigentlich Tat und dem Mörder ab und so wird kaum für Spannung gesorgt, eher für Langeweile. Leider nur eine durchschnittliche Vorlage, die nicht mitreißen kann, denn der Hörer will mehr über die Jagd nach dem Täter wissen und nicht hören, wie es irgendwelche Nebencharaktere treiben und das auch noch sehr detailreich dokumentiert wird.

Es ist schön Norbert Langer nach längerer Zeit mal in einer Produktion zu hören, sei es nun in einem Hörspiel oder Hörbuch. Seine Leistung geht in Ordnung, doch durch einige Fehler der Regie trübt es schon den ansonsten positiven Eindruck. Hier gibt es mal leichte Verspreche, die man neu hätte einsprechen sollen, um sie zu korrigieren und dann hat man ein neues Kapitel so früh begonnen, dass Norbert Langer seine Sätze fast übereinander spricht. Ohne diese kleinen Macken wäre der Auftritt Langers noch beeindruckender gewesen.

Musik gibt es während der Lesung nicht, dafür sehr dezente Effekte in ein paar Szenen, aber die sind so unauffällig und selten, dass man sich diese auch hätte sparen können. Sie fallen jedenfalls kaum in die Wertung und haben auf den Gesamteindruck keinen Einfluss.

Bitte mehr Tracks! Man hat jede CD mit zu wenig Tracks versehen, alle 15 Minuten ein Kapitel anzuspringen reicht einfach nicht, um für den nötigen Hörkomfort zu sorgen, daran sollte man arbeiten.

Die Produktion kommt in einer schönen Pappbox, wie man sie von "Perry Rhodan Silber Edition Nr. 2" her kennt, doch leider hat man die einzelnen CDs in Papptütchen mit Sichtfenster gepackt, wie man sie von diversen PC-Magazinen her kennt. Das stößt schon negativ auf und man sollte Überlegungen anstreben und das in Zukunft vermeiden, dafür lieber jede CD in einem Pappschuber bringen.

Eins A Mediens Ausflug in der Welt des Krimis ist noch nicht so ganz gelungen, aber auch nicht daneben. Es geht noch wesentlich besser, Steigerungen sind möglich und das Potential ist auf jeden Fall da, man sollte demnächst aber sorgfältiger bei der Auswahl der Vorlagen sein, dann steht einem Erfolg nichts mehr im Wege. Es gibt nämlich bessere Krimis als "Drachenmann" und somit auch bessere Lesungen!

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