Johan Theorin
- Öland -
(Der Hörverlag)

Captain Blitz urteilt:

Vor zwanzig Jahren verschwand ein kleiner Junge namens Sven (Martin Brauer) im dichten Nebel von Öland und nun soll es eine neue Spur geben, eine Sandale wird entdeckt. Julia (Astrid Meyerfeldt) ist sich ganz sicher, dass diese Sandale ihrem Sohn gehört hat. Lebt er nach all dieser Zeit noch? Welche Verbindung besteht zwischen Svens Verschwinden und dem Mörder Nils Kant (Andreas Schmidt)? Hat er Sven umgebracht? Geht Kant als Geist im Nebel Ölands umher?

- Meinung -

Was Johan Theorin da verfasst hat, das ist schon sehr packendes Suspense-Kino, ein Thriller mit massivem Grusel- und Mystery-Einschlag, ohne sich aber in diese Schubladen pressen zu lassen. Am ehesten trifft hier das Krimigenre zu, ohne zuviel verraten zu wollen, aber man sollte sich als Hörer einfach überraschen lassen, wohin die zahlreichen Handlungsfäden führen, denn das Finale überrascht mit einer Entwicklung, mit der man nicht unbedingt gerechnet haben dürfte. Die Story an sich ist mit interessanten und vielschichtigen Charakteren gespickt und es fällt schwer, sich für eine Person als Favoriten zu entscheiden, da jeder eine Leiche im Keller oder ein Laster zu haben scheint. Theorin legt auch immer wieder geschickt rote Heringe aus, um die Hörerschaft in verschiedene Richtungen zu schicken. Ist es wirklich ein Geist, der sein Unwesen treibt? Bildet sich die Alkoholikerin alles nur ein und ihr Sohn ist schon lange tot? Basiert vielleicht alles nur auf einem Zufall? Dieses faszinierende Konstrukt ist von Anfang bis Ende hochgradig spannend und fesselnd, stellenweise sogar etwas verstörend und inhaltlich einfach nur unglaublich stark, genau wie die sehr kurzweilige Bearbeitung Andrea Czesienski.

Regisseur Götz Naleppa darf stimmentechnisch aus dem Vollen schöpfen und hat hier absolute Hochkaräter an der Hand, die ihre Rollen glaubwürdig und intensiv darbieten, da gibt es rein gar nichts zu kritisieren. Astrid Meyerfeldt als alkoholabhängige Mutter, Traugott Buhre als ihr Vater Gerlof, Andreas Schmidt als Mörder Nils Kant, Udo Schenk als reicher Gunnar und weitere hochtalentierte Sprecherinnen und Sprecher runden hervorragenden Eindruck gekonnt ab. Mehr braucht man eigentlich gar nicht zu den Performances sagen, sie sind einfach durch die Bank weg äußerst intensiv und glaubhaft, das ist große Schauspiel- und Sprachkunst aller Beteiligter unter einer ebenfalls starken Regie.

Die Musik von Werner Cee verstärkt die mystischen und düsteren Aspekte wirklich gekonnt, teilweise geht es bizarr und surreal zu, eine umheimliche und bedrohliche Grundstimmung herrscht vor, die bis zum Ende durchgezogen wird und so einen großen Anteil an der Faszination des Werkes hat. Die Geräuschkulisse fällt eher dezent aus, aber sie erfüllt absolut ihren Zweck und man kann sich ohne Mühe die verschiedenen Handlungsorte vorstellen.

Mir bleibt gar nichts anderes übrig, als hier eine nachdrückliche Empfehlung auszusprechen. Krimi, Grusel, Thriller, Mystery, all das wird hier verbunden, wobei sich diese Geschichte vornehmlich den irdischeren Genres zuordnen lässt, doch das Spiel mit verschiedenen Kategorien überzeugt und macht einen Großteil des Reizes aus. Ich kann nur allen raten, mal einen Ausflug in den Nebel Ölands zu machen, es wird schaurig!

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